Politik & KonjunkturMeldung
Herbstprojektion: Regierung erwartet 1,3 Prozent Wachstum, warnt vor Fragilität
Die Bundesregierung erwartet 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent und damit deutlich mehr als im Frühjahr. Getragen wird es von Exporten, öffentlichen Investitionen und Verteidigungsausgaben. Konsum, private Investitionen und der Arbeitsmarkt bleiben schwach, die Inflation soll 2027 auf 3,0 Prozent steigen.
Von Bettina Harlander, Redaktion Unternehmerpuls: Steuern, Recht, Förderung, Personal, Finanzierung

Die Bundesregierung rechnet für 2026 mit einem realen Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,3 Prozent. Das geht aus der Herbstprojektion hervor, die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche am 8. Oktober vorgestellt hat. Im Frühjahr war die Regierung noch von 0,5 Prozent ausgegangen. Für 2027 erwartet sie 1,1 Prozent, für 2028 nur noch 0,6 Prozent.
Getragen wird die Erholung von außen und vom Staat: Die Exporte sollen 2026 real um 3,7 Prozent zulegen, dazu kommen öffentliche Investitionen, Mittel aus den Sondervermögen und höhere Ausgaben für Verteidigung. Privater Konsum, Investitionen der Unternehmen und der Arbeitsmarkt bleiben dagegen schwach. Die Arbeitslosenquote soll 2026 und 2027 bei 6,4 Prozent liegen. Die Inflation erwartet die Regierung 2026 bei 2,7 Prozent, 2027 bei 3,0 Prozent und 2028 bei 2,2 Prozent.
Reiche nannte die Lage trotz der höheren Zahlen fragil und verwies auf die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine.
Was das für Unternehmer heißt
Das Plus kommt bisher bei Industrie mit Exportgeschäft und bei Zulieferern öffentlicher Aufträge an, weniger im Handel und bei Dienstleistern, die vom Konsum leben. Wer 2027 plant, sollte laut Projektion mit einer höheren Inflation rechnen als in diesem Jahr und Preise und Verträge danach ausrichten. Dass die Regierung für 2028 schon wieder schwächeres Wachstum erwartet, spricht dafür, Investitionen eher früh als spät umzusetzen.
Quellen
- Handwerksblatt: Herbstprojektion, Bundesregierung rechnet mit größerem Wachstum für 2026 (8. Oktober 2026)handwerksblatt.de/handwerkspolitik/herbstprojektion-bundesreTier 3
- etailment: Bundesregierung hebt Wachstumsprognose auf 1,3 Prozent (9. Oktober 2026)etailment.de/magazin/2026-10-09-bundesregierung-hebt-wachstuTier 3
Laut Unternehmerpuls
„Die Bundesregierung erwartet 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent und damit deutlich mehr als im Frühjahr. Getragen wird es von Exporten, öffentlichen Investitionen und Verteidigungsausgaben. Konsum, private Investitionen und der Arbeitsmarkt bleiben schwach, die Inflation soll 2027 auf 3,0 Prozent steigen.“
Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.